Intergraph-Forum 2011 – Intergraph Anwenderkonferenz, 17.-18.05.2011, Dresden

Kurzinfo zum Vortrag am 17.05.2011, 16:45 - 17:15 Uhr (Vortragsblock „Transport“)

Titel:

WebGIS Rigi Bahnen

 

Referent:

Enrico De Cassan, RIGI Bahnen AG

 

Inhalt:

Am 21. Mai 1871 dampfte die erste Bergbahn Europas von Vitznau auf die Rigi. Der Elsässer Niklaus Riggenbach hatte die Bahn in nur 2 Jahren mit seinem 1863 patentierten Zahnradsystem erbaut.

Seit diesem denkwürdigen Sonntag ist einiges passiert. Ab 1937 z.B. fährt die Vitznau Rigi Bahn mit elektrischer Energie, 1968 kam eine Luftseilbahn zur Gesellschaft dazu und 1992 schliesslich fusionierte die Vitznau Rigi Bahn zusammen mit der 1875 eröffneten Arth Rigi Bahn zur RIGI BAHNEN AG. Soviel zur Geschichte der Bahn.

 

Von Beginn an entwickelte sich der Berg inmitten der Zentralschweiz zu einem der beliebtesten Ausflugsberge der Schweiz. Unterdessen verzeichnen die Bahnen über 600'000 Fahrgäste pro Jahr. An schönen Tagen können die drei Bahnen auch mal an ihre Kapazitätsgrenzen stossen.

 

Bei einer bald 140 jährigen Bahn wurde so manches gebaut und umgebaut. Hier eine zusätzliche Stützmauer, da ein neues Rohr vergraben. Solche Arbeiten wurden relativ schnell und unkompliziert ausgeführt. Dies hatte zur Folge, dass die meisten technischen Details gerade in den früheren Jahren nur selten aufgezeichnet worden sind.

 

Im heutigen Zeitalter ist Zeit = Geld. Das heisst, wenn man die Instandhaltung nicht präventiv planen kann sondern reaktiv Reparaturen ausführen muss, ist es wichtig, dass man 1. weiss, welche Arbeiten zu planen sind und 2. wo sich das zu instandhaltende Objekt befindet. Das gesamte Streckennetz weist eine Länge von 15 km auf. Dies erscheint auf den ersten Blick nicht nach viel, zu bedenken ist jedoch, dass es sich um eine Bergbahn mit maximaler Steigung von 250 ‰ handelt und nur der kleinste Teil der Strecke mit einem Auto direkt erreichbar ist. Da frisst jede auszuführende Arbeit Zeit und Geld.

 

Die RIGI BAHNEN AG hatte sich deshalb entschlossen, ein EDV basiertes Instandhaltungstool anzuschaffen, in welchem ersichtlich ist, welche Objekte sich wo befinden und wie, resp. wann sie gewartet werden müssen. Es war von Beginn an klar, dass das Tool mit einem GIS verknüpfbar sein muss. Die Kenntnis der örtlichen Lage ist immens wichtig. Nach einer längeren erfolglosen Suche nach einem Tool, welches sich bereits im Handel befindet, kam die RIGI BAHNEN AG zum Schluss; es gibt keine bestehende Lösung, welche sich auf die vereinfachten Bedürfnisse der RIGI BAHNEN AG anpassen lässt. Die meisten handelsüblichen Tools waren zu umfassend. Der Pflegeaufwand war jeweils zu gross.

 

Aus diesem Grund hatte sich die RIGI BAHNEN AG entschlossen, nicht ein GIS an eine bestehende Instandhaltungssoftware zu koppeln, sondern eine Instandhaltungsdatenbank um ein bestehendes GIS zu bauen. Wichtig ist auch, es sollen nicht nur stationäre Objekte, wie z.B. Fahrleitungsmasten und Gebäude, sondern auch Fahrzeuge in diesem Tool abgebildet und gepflegt werden können.

 

Vor gut anderthalb Jahren startete die RIGI BAHNEN AG zusammen mit Intergraph Schweiz dieses Projekt. Ende 2011 soll es abgeschlossen und produktiv sein.