Intergraph-Forum 2011 – Intergraph Anwenderkonferenz, 17.-18.05.2011, Dresden

Kurzinfo zum Vortrag am 18.05.2011, 13:30 - 14:00 Uhr (Vortragsblock „Utilities“)

 

Titel:

Zukünftige Anforderungen an Verteilungsnetze unter den Aspekten regenerativer

Einspeisungen und Elektromobilität

 

Referent:

Prof. Dr.-Ing. Rudolf Friedrich, Hochschule für Technik und Wirtschaft

(HTW) Saarbrücken

 

Inhalt:

Netzeinbindung dezentraler Einspeiseanlagen; Datenanforderungen Netzberechnung, GIS-Datennutzung

Die verstärkte Nutzung regenerativer Energien ist mit einem enormen Zuwachs solcher Anlagen – insbesondere auch in den Mittel- und Niederspannungsnetzen – verbunden. Hieraus ergeben sich für die Verteilungsnetzbetreiber, die für die Spannungsqualität in ihren Netzgebieten verantwortlich sind, vielfältige neue Aufgaben. Hierzu gehören planungstechnische Aufgabenstellungen, sowie auch neue bauliche und betriebliche Herausforderungen. Weitere Anforderungen an die Verteilungsnetze werden sich sicherlich auch im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Individualverkehrs (Elektromobilität) ergeben, da die derzeitigen Netze bezüglich der möglichen zukünftigen Belastungsspitzen und Veränderungen des Verbraucherverhaltens planerisch und baulich in der Vergangenheit nicht ausgelegt worden sind oder mussten.

Um über von Anlagenbetreibern gestellte Einspeiseanfragen entscheiden zu können, müssen sich die Netzbetreiber intensiv mit dem Thema Netzberechnung auseinandersetzen. Aufgrund der hohen Anzahl und Dichte der dezentralen Anlagen ist meist eine abschätzende Beurteilung – wie sie beispielsweise in der Parallelbetriebsrichtlinie  vorgesehen war – nicht mehr möglich und es muss auf die komplexe Netzberechnung zurück gegriffen werden. Die für die rechnergestützte Netzberechnung notwendigen Daten können, ja müssen insbesondere bei der Niederspannung vom Geografischen Informationssystem (GIS) bereitgestellt werden. Die im GIS vorhandene Datenqualität spielt hierbei natürlich eine maßgebliche Rolle: Eine Datenqualität, die den Ansprüchen einer digitalen Planauskunft genügt, ist meist aufgrund fehlender Topologie oder Betriebsmittelfachdaten aus Sicht der Netzberechnung unzureichend. Daher ist es sicherlich sinnvoll, die mit enormen Kosten und Personalressourcen bisher erfassten GIS-Daten für die rechnergestützte Netzberechnung oder auch für weitere Informations- und Analysezwecke zu veredeln. In diesem Zusammenhang werden sich GIS zunehmend weg von der reinen Planauskunft hin zu modernen Informationssystemen entwickeln, wobei es auch denkbar ist, dass so genannte Workflows (Netzberechnung, Erstellung Planungsunterlagen- und Dokumentation) vollständig in einem GIS abzuarbeiten wären.