Strategische Flexibilität mit CAD-Modellen verschiedener Anbieter

Referenzierung in einem einzigen Smart 3D-Modell

von David Whittle

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Der Originalartikel ist in englischer Sprache in der Intergraph Kundenszeitschrift Insight, Issue 32, Q4, 2012 erschienen.

 

Auf dem heutigen Markt werden nur wenige Projekte von einem einzigen Unternehmen oder mit nur einer CAD-Lösung bearbeitet. Die Kombination aller Engineering-­Lösungen ist jedoch der Schlüssel zu Qualität, Sicherheit und Leistung. Die 3D Interop-Technologie von Intergraph mit Smart 3D-Lizenz bietet genau das. Sie nutzt echte Projektbeispiele unserer Kunden zur Beschreibung verschiedener Arbeitsprozesse, die für diese bei der Nutzung von 3D Interop im Rahmen ihrer Projekte ­hilfreich waren.

Die Standardfunktion von 3D Interop (vormals Reference 3D) zur intelligenten Referenzierung verschiedener externer 3D-Modelle in Smart 3D wurde erstmals mit dem Release 2009.1 vorgestellt. Sie ­nutzt die Möglichkeiten von SmartPlant Review zum Lesen von Modellformaten, um Objekte und Eigenschaften darzustellen­. 3D Interop wurde im Rahmen des Release 2011 erweitert und beinhaltet nun eine Kollisionsprüfung referenzierter Modelle. Zudem bietet es eine vollständige Unterstützung abgebildeter Eigenschaften.

3D Interop erleichtert das Anhängen externer 3D-Grafiken und Daten als Referenzmodell, die aus einem anderen Smart 3D-Modell, einem externen Modell wie Intergraph PDS, PDMS oder Tekla oder alternativ aus einer AutoCAD- oder MicroStation-Datei erstellt worden sind. Ein entscheidender Aspekt zur Vereinfachung ­der 3D Interop-Technologie ist die Tatsache, dass keine Katalog- und Spezifikationsdaten aus externen Systemen erforderlich sind.

Unterstützte Tätigkeiten

3D Interop sorgt für eine erhebliche Verbesserung der aktuellen globalen Work­share-Lösung, da es kein repliziertes Modell und keine replizierten Katalogdatenbanken benötigt. Derzeit werden folgende Aktivitäten unterstützt:

  • Anhängen und Ausrichten (Positionieren, Drehen, Skalieren) des Referenzmodells relativ zu der aktiven Anlage. Dies bietet wiederum folgende Möglichkeiten:

    Grafische Darstellung der Daten des Referenzmodells und Modellierung.

    Management von Schnittstellen bei Joint-Venture-Projekten.

    Nutzung verschiedener Referenzdateien aus unterschiedlichen Quellen.

  • Steuerung (Hinzufügen) von Referenzobjekt, Hierarchie und Eigenschaften mit benutzerdefinierten Schema- und Mapping-Dateien zur Erweiterung des bereitgestellten 3D-Interop-Schemas.
  • Prüfung der Objekte und Eigenschaften des referenzierten Modells und Darstellung mit Eigenschaften-Dialogen, Etiketten und ToolTips.
  • Nutzung der leistungsfähigen Smart 3D-Filtermechanismen für ­referenzierte Objekte zur Filterung von Objekten aus referenzierten Modellen auf Grundlage von Art und Eigenschaften– ungeachtet des Tools, mit dem diese erstellt wurden (SmartPlant 3D, SmartMarine 3D, PDS, PDMS, usw.).
  • Extraktion von Übersichtszeichnungen mithilfe von Grafik- und Etikettenregeln­ zur Darstellung der relativen Position von Objekten aus referenzierten Modellen mit wenigen Annotationen.

Für ein gestreamtes Smart 3D-Format erfolgt die Aufbereitung der erforderlichen Grafik- und Datendateien mit SmartPlant Review Publisher.

Wichtigste geschäftliche Faktoren

Qualität, Kosten und Leistung sind die wichtigsten geschäftlichen Treiber für eine Technologielösung. 3DInterop bietet verschiedene kritische­ Funktionen für Joint-Venture-Projekte. Gleichzeitig werden Qualität und Leistung gesteigert und die Kosten bestehender Entwicklungs-Workflows gesenkt. Ermöglicht wird dies durch:

  • Abschaffung herkömmlicher geschäftlicher Grenzen, die durch eine geringe 3D-Interoperabilität bedingt waren­. 3D Interop ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Joint Venture, denn die Lösung ermöglicht die Zusammenarbeit verschiedener Auftragnehmer, ohne dass diese das gleiche CAD-System nutzen.
  • So sind keine kostspielige Synchronisation von Katalogen, Spezifikationen und Modellen und keine Migration zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen mehr erforderlich.
  • Auch eine teure Neumodellierung in Bereichen, wo Grafik- und Objektdaten ausreichend sind, entfällt.
  • Damit ist dies eine einfache Lösung zur Wiederverwendung von Daten.
  • Reine Grafikdaten werden intelligent.
  • Die Lösung sorgt für eine effektive projektbasierte Zusammenarbeit:

    Geringere Grenzen in Bezug auf Joint-Venture-Projekte mit verschiedenen Tools.

    Unterstützung von Worksharing im Offline-Modus durch die Möglichkeit einer Ad-hoc-Zusammenarbeit.

    Sicherheit und Schutz von geistigem Eigentum.

    Unterstützung eines effektiven Schnittstellenmanagements.

    Einheitlicher Zugang zu allen externen Daten.

    Automatische Verbindung von Objekten nach dem Erhalt von Updates zu externen Informationen.

Geschäftsprozesse

3D Interop wurde bereits erfolgreich im Rahmen zahlreicher Geschäftsprozesse­ eingesetzt:

Worksharing im Offline-Modus – Da die Daten am Quellort dateibasiert und am Zielort als Referenz angehängt sind, ist keine ­Online-Verbindung zwischen den Datenbanken erforderlich. Durch die periodische Veröffentlichung und Aktualisierung referenzierter Modelle können verschiedene Partner im Offline-Modus an einem Joint-Venture-Projekt arbeiten, ohne dass ihre Möglichkeiten zum effektiven Schnittstellenmanagement beeinträchtigt werden.

Geistiges Eigentum bei Joint-Venture-Projekten – Das geistige Eigentum der einzelnen Firmen, die an einem Joint-Venture-Projekt ­beteiligt sind, wird geschützt, da die Qualität der veröffentlichten Informationen vom Herausgeber kontrolliert werden kann. Zudem werden sensible Daten wie Referenzdaten, Rohrspezifikationen und Regeln nicht veröffentlicht.

Mehr Sicherheit bei Joint-Venture-Projekten – 3D Interop steigert­ die Sicherheit, da keine dauerhafte Netzwerkverbindung­ erforderlich ist. Freigegebene Dateien können mit jedem geeigneten Mechanismus übertragen werden.

Datensätze aus verschiedenen Smart 3D-Versionen oder zu Grunde liegenden ­relationalen Datenbanken – Die Smart 3D-Modelldaten werden in einem Format erstellt, das das Mapping in beiden Richtungen unterstützt. So können Daten aus verschiedenen Smart 3D-Versionen kombiniert werden. Da die Daten in verschiedenen Dateien bereitgestellt werden, spielt die zu Grunde liegende Datenbankplattform (Microsoft SQL Server® oder Oracle) bzw. die Smart 3D-Version keine Rolle.

Datensätze aus externen Tools wie PDMS und XMpLant – Daten aus anderen Tools wie PDMS und XMpLant können­ in das von 3D Interop erkannte Format überführt und referenziert werden. Damit lassen sich für ein und dasselbe Projekt verschiedene Lösungen mit unterschiedlichen Referenzdaten verwenden.

Parallele Planung für mehr Produktivität – Wenn ein Projekt aus mehreren ähnlichen Einheiten besteht, kann nur eine Einheit modelliert und veröffentlicht werden. Diese lässt sich dann mehrfach mit der erforderlichen Positionierung anhängen; weitere Modellierarbeiten wie beispielsweise Bauarbeiten können simultan an allen Einheiten durchgeführt werden, indem man die Referenzen nutzt. Wird die ursprüngliche Einheit geändert, dann ist der Einsatz von Referenzmodellen produktiver, weil diese mehr Flexibilität ­im Hinblick auf Updates bieten. Wenn die ursprüngliche Einheit fertig gestellt worden ist, kann man sie mithilfe der Funktion "Model Data Reuse" replizieren und echte Smart 3D-Objekte erstellen.

Schritt für Schritt

Smart 3D 2009.1 bis 2011 R1 kann .zvf- und .xml-Dateien erstellen, die sich direkt mit 3D Interop nutzen lassen. Ältere Versionen von Smart 3D oder ­externe Systeme liefern Dateien in unterstützten Formaten, die für die Verwendung in 3D Interop konvertiert werden. Die so erstellten konvertierten Dateien lassen sich dann in der Smart 3D Project Management-Anwendung positionieren, drehen und skalieren. Generische Dateien können optional erzeugte Schema- und Mapping-Dateien beinhalten. Wie bei anderen unterstützten Typen lassen sich ihre Daten in 3D Interop-Eigenschaften abbilden. Nach der Referenzierung stehen die 3D Interop-Modelldaten zur Nutzung im 3D-Modell zur Verfügung und bilden die Grundlage für ein interaktives Design einschließlich Konnektivität, Kollisionsprüfung, Zeichnungserstellung und mehr.

www.intergraph.com/go/interop

David Whittle ist EMIA Business Development Manager für SmartPlant 3D und Layout bei Intergraph Process, Power & Marine. Er arbeitet in Swindon, U.K.

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