Die effiziente Nutzung von Daten für die Entscheidungsfindung bei Großprojekten mit verschiedenen Standorten und Fachrichtungen

Engineeringprojekte werden immer größer und komplexer, wobei viele Auftragnehmer aus verschiedenen Zeitzonen und Ländern mit den verschiedensten Technologieplattformen und Fachkompetenzen zusammenarbeiten müssen. Um die dabei entstehenden Herausforderungen besser bewältigen zu können, suchen die führenden Industrieunternehmen stets nach Möglichkeiten, ihre Datenkonsistenz und die Koordination zwischen den einzelnen Parteien zu verbessern. Von großer Bedeutung ist es des Weiteren, dass Entscheidungen sorgfältig abgewogen und basierend auf korrekten Daten gefällt werden. All diese Faktoren haben einen großen Einfluss auf die Sicherheits- und Qualitätsstandards des Unternehmens und des Projektes.

von Cristina Gonzales

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Der Artikel ist im Original (Englisch) in der Zeitschrift Economic Engineering, Ausgabe 4-2013 (Juni/Juli) erschienen.

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Ein Großteil der auf dem Markt verfügbaren Technologie- und Softwarelösungen für die Entwicklung, den Bau, Betrieb und die Verwaltung von Projekten an Altstandorten oder Industrie-Neuansiedlungen konzentrieren sich auf die Bereitstellung von wesentlichen und schrittweisen Verbesserungen bei der Angleichung oder Standardisierung von Engineeringdaten aus verschiedenen, nicht kompatiblen Datenquellen.

Bisher mussten Unternehmen beachtliche Investitionen in die Entwicklung von Anwendungen tätigen, um die verschiedenen Puzzleteilen, die von den verschiedenen Teams oder Fachbereichen von verschiedenen Standorten bereitgestellt wurden, zusammenzufügen. Jede dieser Einzeldaten, die in der Übergabephase zusammengestellt werden, stellt ein Risiko bei der Entscheidungsfindung für den Betrieb der Anlage oder das Projekt dar. Sind die Daten auch korrekt? Wurden sie verändert und wenn ja, wann und von wem? Handelt es sich um die neueste und aktuellste Version?

Mit der neusten Generation integrierter Softwarelösungen können Ingenieurbüros und Eigentümer und Betreiber von Anlagen die Produktivität steigern sowie Zeit und Kosten sparen, indem sie qualitativ hochwertige, integrierbare und kompakte Ergebnisse liefern. Dies ist möglich durch eine Datenzentrierung, regelbasierte Systeme und die infrastrukturellen Möglichkeiten des Cloud-Computing.


Zusammenlegung und Standardisierung

Datenzentrierte Software bietet ein umfassendes Spektrum an flexiblen Design-, Herstellungs-, Konstruktions- und Verwaltungsfunktionen innerhalb einer einzigen integrierten Umgebung. Dies führt zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für Auftragnehmer, unabhängig von ihrem Standort und der Anzahl der teilnehmenden Parteien. Regelbasierte Systeme ermöglichen den Unternehmen, Firmen-, Sicherheits- und bewährte Verfahrensstandards zu integrieren, die dann in einen Referenzkatalog aufgenommen werden können, der von allen Mitgliedern genutzt und von Projekt zu Projekt weiterentwickelt werden kann. Durch eine permanente Kontrolle der Entwürfe während ihrer Entstehung wird durch ein regelbasiertes System eine höhere Genauigkeit und Produktivität für eine verbesserte Zusammenarbeit von globalen Entwicklungszentren erzielt.

Entwickler und Ingenieure können sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren anstatt sich um die Verwaltung von Änderungen oder Anpassungen von Normen und regionalen Vorschriften zu kümmern. Für Eigentümer spielen allgemeine Referenzkataloge eine große Rolle, wenn es um die Harmonisierung der von Generalunternehmen vorgelegten Entwürfe geht. Dadurch wird das Risiko von Planungsfehlern, Änderungen von Grenzwerten und möglichen Umbauarbeiten deutlich reduziert.

Möglichkeiten des Cloud-Computing

Während die Zentrierung der Daten und regelbasierte Systeme die Synchronisierung von vorgelegten Daten erleichtern, sind Eigentümer nun auf der Suche nach der nächsten umfassenden Veränderung bei der Optimierung von Projektdaten. Das Cloud-Computing macht es erstmals möglich, dass die Projektinfrastruktur direkt von Eigentümer verwaltet wird, wobei dir Auftragnehmer direkt in einer vom Eigentümer verwalteten und gewarteten Umgebung arbeiten können. Die Cloud-Infrastruktur bietet einzigartige Möglichkeiten:

  • Allen Projektparteien steht eine unzweideutige Datenquelle zur Verfügung.
  • Daten und Dokumente werden während der kompletten Laufzeit eines Projektes an einem Ort verwaltet, eine Übergabe entfällt somit komplett.
  • Die bewährten Verfahren aus früheren Projekten können global genutzt werden.
  • Während der Projektlaufzeit können Informationen zu Kosten und Zeitplänen leichter beurteilt werden.
Intergraph hat vor kurzem einen entsprechenden Service auf den Markt gebracht: SmartPlant Cloud. Entwickelt als On-Demand-Service für verschiedene Nutzer bietet SmartPlant Cloud den Nutzern eine zentrale Lösung für den kompletten Entwicklungszeitraum, vom Entwurf bis zum Bau mit nahtlosem Übergang zum Betrieb und der Wartung der fertigen Anlage.

Standardschnittstellen für den Import und Export von Daten ermöglichen es den Nutzern, Daten zwischen den SmartPlant-Softwareprodukten und internen Anwendungen auszutauschen. Die Softwarearchitektur macht es möglich, den Projektrahmen während der verschiedenen Abschnitte des Projektes und der Anlagenlaufzeit konsistent zu halten. Des Weiteren können die verschiedenen Hilfsprogramme Informationen austauschen und verwalten.

SmartPlant Cloud verwendet das Citrix-Verfahren, um die SmartPlant-Softwareprodukte umzuwandeln, so dass auf diese in der Cloud zugegriffen werden kann. Die Softwareumgebung ist durch das Beschleunigen, Drosseln und Verwalten der Bandbreite für einen interaktiven Datenverkehr optimiert wurden. Dazu wurde auch das Load Balancing von Citrix genutzt. Zugriff auf SmartPlant Cloud erhält man über ein sicheres Virtual Private Network (VPN), der Datenverkehr ist vom Nutzergerät bis hin zum Rechenzentrum komplett verschlüsselt. Im Standby-Modus ist ein Notfallwiederherstellungsservice verfügbar, der eine möglichst ständige Verfügbarkeit des Dienstes ermöglicht.

Durch die Nutzung von regionalen Rechenzentren kann weltweit auf die SmartPlant Cloud zugegriffen werden. Das leistungsstarke und umfangreiche System mit einem rund um die Uhr erreichbaren Kundendienst und einer flexiblen, elastischen und skalierbaren Architektur erfüllt die Anforderungen von Generalunternehmern sowie Eigentümern und Betreibern sowohl bei kleinen als auch bei großen Projekten.

Umgang mit Altdaten

Während die Cloud neue Möglichkeiten für die gemeinsame Abwicklung und Standardisierung von Projektdaten bieten, bleiben die Probleme mit Altdaten und unstrukturierten Daten bestehen. Bei gleichzeitig ablaufenden Engineeringprojekten, umfassenden Änderungen, Geräteänderungen und Anlagenkäufen werden die Betreiber mit Daten in verschiedensten Formaten nahezu überflutet. Diese Daten werden in der Regel im ganzen Unternehmen verbreitet, oftmals vervielfältigt und stehen dann für wichtige Entscheidungen nicht zur Verfügung. Bei der Übergabe sind in der Regel 80% der Daten einer bestehenden Anlage unstrukturiert, wobei das gesamte Spektrum an Formaten von eingescannten Bildern und Mikrofichen bis hin zu intelligenten Modellen der Anlage vertreten ist.

Intergraph hat SmartPlant Fusion auf den Markt gebracht, um genau die Probleme anzugehen, denen sich Eigentümer und Betreiber sowie Generalunternehmer bei der Verwaltung und dem Zugriff auf große Mengen an Altdaten und unstrukturierten Informationen gegenübersehen, die bei einer sich ständig verändernden Anlage zwangsläufig entstehen.

SmartPlant Fusion durchsucht die Datenquellen, liest und entnimmt wichtige Inhalte und sammelt diese in einer übersichtlich organisierten Anlagenakte, durch die mittels eines intuitiven Webportals leicht navigiert werden kann. Aus diesem „Istzustands"-Speicher können alle doppelt vorhandenen Einträge entfernt werden, so dass nur die wichtigsten Daten zurückbleiben. Uneinheitliche Kennnamen und -nummern, die oft bei verschiedenen Engineeringprojekten entstehen, können mit Aliasen versehen und harmonisiert werden. SmartPlant Fusion nutzt High-Definition- Surveying(HDS)-kombinierte Laserscan-Pointclouds & digitale Fotografie und integriert diese in die „Istzustands"-Dokumentation, um so eine digitale und physische Akte des „Istzustandes" der Anlage zu erhalten. Dies kann genutzt werden zur Planung der Sicherheitsmaßnahmen, der Entwurfsplanung aus der Ferne unter Verwendung der integrierten Point Cloud und 3D-Funktionen sowie zur Darstellung der Betriebskonfiguration, wenn der „Istzustand" der Anlage benötigt wird.

Die neue Softwarelösung nutzt Technologien der Intergraph SmartPlant Foundation und von Leica Geosystems’ TruView™ Integrator für SmartPlant Enterprise, um dem Eigentümer und Betreiber einer Anlage einen einzigartigen Direktvergleich zwischen den „Istzustands"-Daten und dem „Istzustand" der Anlage zu ermöglichen. Die Software bietet einen schnellen und einfachen Startpunkt für die Entwicklung von unstrukturierten Inhalten und ermöglicht so dem Betreiber und Eigentümer der Anlage sowie den Ingenieuren, einen großen Nutzen aus Altdaten zu ziehen. Des Weiteren ist es mit Hilfe des Produktes möglich, die Betriebskonfiguration der Anlage zu überprüfen.

Cristina Gonzalez ist Senior Communication Specialist bei Intergraph

 

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